Gefahrene Route

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Sonntag, 13. Januar 2008

Der Plan

Mitte Juni startet für mich ein Abenteuer der besonderen Art.
Vom Nordkap nach Down Under.
Die gewählte Route führt durch mehr als zwanzig Länder und endet in Australien.

Seit langem gepackt vom Reisefieber habe ich vor ein paar Jahren das ultimative Reiseerlebnis für mich gefunden: Motorradreisen.
Mit einem Motorrad bin ich viel näher eingebunden in das vorbeiziehende Panorama, erlebe alles intensiver und kann dennoch große Distanzen zügig überwinden. Keine A-Säule ist im Weg, die Beschleunigung ist großartig, Kurvenlagen auf Asphalt und schnell durchfahrene Senken abseits des Asphaltes machen riesig Spaß.

Nach ein paar Reisen blieb immer das Verlangen nach "der Großen" zurück. Doch etwas hielt mich zurück. Der Job, die Träume eine Familie zu haben, meine Liebste, die an der großen Fahrt vielleicht nicht hätte teilhaben können.

Doch dann veränderte sich mein Leben schlagartig.
Vom Schicksal niedergestreckt fand ich mich auf dem Boden wieder.
Ich hatte den geliebten Menschen verloren, an jemand anders. Einige Zeit war ich wie gelähmt. Nichts verletzte mich, nichts freute mich. Dann kamen die Schmerzen.

Was jetzt? Wofür lohnt es sich noch zu leben und zu kämpfen?

"Jetzt tue ich es" entfuhr es mir irgendwann trotzig. Jetzt und wann sonst ist die Zeit gekommen einen Lebenstraum wahr werden zu lassen. Ich bin jung (31), gesund, gut ausgebildet, zäh, habe Organisationstalent, kann on wie off road Motorrad fahren, habe ein wenig gespart und WILL JETZT DA RAUS.

Das Seemannsblut, das ich von meinem Urgroßvater habe, versucht mich schon seit Jahren da rauszutreiben...weit raus. Hatte immer das Gefühl, man muss irgendwann im Leben einmal beweisen das man es da draußen schafft. Allein! Und mit "draußen" meine ich außerhalb Westeuropas.
Ein Kollege meinte mal, er hat das Gefühl in Deutschland ist überall ein GS-Sticker (gprüfte Sicherheit) drauf. Alles ist reguliert, das kleinste Risiko wird kategorisch eliminiert. Aber Leben ist Risiko, oder? Sagen wir mal ein Wagnis...klingt weniger gefährlich...

Nun bin ich kein Draufgänger. Aber ich möchte mich einmal mehr lösen von Bekanntem, möchte mich ganz dem Neuen hingeben.

Und so bereite ich mich vor und suche Unterstützung vieler Art.
Ich biete dafür ein Stück von mir, von meinen Erfahrungen, Erlebnissen und Eindrücken und versuche auf vielen Wegen mehr zu geben als einen Tatsachenbericht. Ich hoffe es gelingt mir ein Gefühl zu transportieren.

1 Kommentar:

der Steffen hat gesagt…

Hi,

ich gratuliere Dir zu Deinem Entschluss. Schade ist, dass viele Menschen erst fallen müssen, um den Mut zu finden, Dinge die sie tun wollen, einfach mal zu tun.

Obwohl mittlerweile sogar die Ärzte singen:
"...man lebt nur einmal, egal wie lang...".

Ich für meinen Teil habe meinen einen Traum (Familie mit 3 Kindern im eigenen Haus) schon verwirklicht. Mein nächster Traum, mit dem Rad ohne Motor, durch die Welt, schiebe ich nun noch 17 Jahre und 9 bzw. 8,5 Monate vor mir her, bis meine Jüngste 18 und somit raus ist. Dann geht es los.

Viel Spaß auf der großen Fahrt. Und lass Dich bloß nicht davon abbringen deinen Traum zu verwirklichen. Wenn Du es jetzt nicht schaffst loszukommen, wirst Du es wohl später auch nicht mehr schaffen.

Immer eine Handbreit Schotter unter Rad wünscht der Steffen...